Québec „Je me souviens“

Ich hatte keine Ahnung was mich in Québec City erwartet. Der Reiseführer war so nebulös, dass ich mir nur merkte, dass der Name auf das Wort der Ureinwohner für eine Flussverengung zurückzuführen war. Und dass die Briten versuchten, diese Stadt unter ihre Kontrolle zu bringen, um den gesamten Staat, der heute Québec heißt, zu kontrollieren. Mehr wusste ich nicht. Unser Hotel am Hafen war wie beschrieben. Von außen schön, mit tollem Personal. Naja, über die Zimmer stand ja da auch nichts Positives. Man könnte sagen, dass die Zimmer okay  waren. Als wir in Québec ankamen, das Zimmer bezogen hatten und den ersten Ausflug machten, ahnten wir nicht, wo wir wirklich waren. In der naiven Annahme, wir hätten die pitoreske, historisch relevante Hauptstadt des Staates Québec unter unseren Füßen, gingen wir mit Reiseführern und Fotoapperaten ausgerüstet auf Erkundungstour. Bereits beim Betreten der Rue Notre-Dame und dem schlechten Kaffee auf dem Place Royale hatten wir das Gefühl, uns in einer gigantischen Kulisse zu befinden. Das ganze verstärkte sich dann noch als wir auf der Rue de Petit-Champlain flanierten und besonderes als wir vor dem Château Frontenac standen.
 
 
Als wir einmal um die alte, aber immernoch benutze, Zitadelle liefen und mit etwas Glück und Eintrittsgeld dem Fahneneinholen der Zinnsoldaten des Royal 22 Regiment zusehen durften, wurde ein Verdacht in uns wach. Wir grübelten den gesamten Weg ins Hotel und beim Abendsessen im Echaude darüber nach, ob es wahr sein kann. Doch nach dem Feuerwerk in den Abendstunden hatten wir Gewissheit: Wir waren im DisneyWorld Canada gelandet.
  
Der nächste Morgen begann mit einem wirklich guten Frühstück im Buffet De L’Antiquaire und einem Ausflug zu einem Wasserfall. Mal wieder ein Wasserfall – seit Island braucht diese Art der Sehenwürdigkeiten schon etwas Besonderes, um uns nicht zu langweilen, dachte ich. Aber trotzdem ist es immer ein kleines Wunder.

  

Auf der Liste an Sehenwürdigkeiten stand dann noch ein echtes Reservoir für die „First-Nations“. Wir hatten in Montréal schon einmal Kontakt mit Vertretern, die sich im Wesentlichen nicht von den Ureinwohnern Australiens oder auf Hawai’i unterschieden. Sie waren alkoholabhängig und arbeitslos. In Wendake war das etwas anderes. Meine Erwartung einer Squaw vom Schlage einer Uschi Glas entgegenzutreten, wurde nicht erfüllt. Dafür begrüßte uns die „Sonne“. Sie hatte natürlich irgendeinen Namen in der Sprache der Einheimischen, den keiner aussprechen konnte. Ich merkte mir Sonne und wir waren beide etwas verwundert, dass sie uns mehr an ene isländische Wallküre, als an Indianermädchen erinnerte. Die Führung durch das nachempfundene Dorf der Huron war aufschlussreich. Am Ende war klar, warum die Ureinwohner so einen schweren Stand haben. Wir waren gefesselt von der Geschichte. Das sah etwa so aus.

Wir waren gefesselt von den Huron-Geschichten.

Nachdem wir uns losmachen konnten, ging es zurück nach Québec. Abends gingen wir noch einmal durch die Altstadt, die nicht genau weiß, ob sie englisch oder französisch sein will und dabei immer wie Disneyland wirkt. Alles ist sauber, perfekt und markellos. Für uns Berliner ein fast unerträglicher Perfektionismus. Das Abendbrot gab es im „Le Chic Shack“ in Form von perfekten Burgern und gutem Bier. 

  
Québec ist schön. Aber unser Herz haben wir an Montréal verloren. Aber soweit sind die beiden Städte ja auch nicht  voneinander entfernt. Mit Verlassen des Staates Québec war für uns eines klar… wir kommen wieder. Jetzt ist erstmal der Nordosten der Staaten dran.  

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s